Ein Urlaub auf Kefalonia veränderte Susans Leben für immer.
Aus einer zufälligen Begegnung mit Vangelis entstand nicht nur eine große Liebe, sondern auch eine gemeinsame Zukunft. Seit fast vier Jahrzehnten lebt sie auf Kefalonia und ist ein wichtiger Teil der familiengeführten Pension, in der Gäste echte griechische Gastfreundschaft erleben.
Wie alles begann und wie in einem Orangenhain ein Hotel entstand, erzählt Silvi selbst:
Vangelis, mein Mann, ist der Älteste von den 4 Geschwistern, Eleni, Makis und Panagis. Er hat mehrere Jahre auf dem Schiff gearbeitet und ist mit dem Geld, das er dort verdiente zurückgekommen, um im alten Orangenhain seines Grossvaters ein kleines Hotel zu bauen. Ihnen war wichtig, möglichst wenig Bäume zu fällen. Wo immer möglich, bauten die Brüder alles selbst, "learning bei doing", sogar die Bettgestellte und Balkongeländer schweisste Vangelis selbst, sein Bruder Makis legte die Fliessen und als Elektriker die Leitungen.
Mit flachen Steinen vom Strand wurde Stück um Stück der Boden der Taverne gestaltet, der so gut zu den alten Steinmauern passte. Der Grundwasserbrunnen bewässert noch heute die Orangenbäume.
Früher wuchsen unter den Bäumen Tomatenstöcke und Linsen. Unser Ort Lourdata gehört zu den fruchtbarsten Gebieten der Insel. Das Gemüse aus Lourdata, das der Schwiegervater auf dem Markt verkaufte, hatte immer besondere Qualität, denn Lourdatas Boden gilt hier als gesegnet, da er so fruchtbar ist. Einmalig sind die vielen Gärten gleich am Meer.
Ich kam vor 37 Jahren dazu, mitnichten hatte ich damals Träume vom Auswandern, noch wünschte ich mir einen fremdsprachigen Partner. Aber ich verliebte mich (mit 24 Jahren) am zweitletzten Tag meiner Ferien in Vangelis und wollte das Leben auf dieser wunderschönen Insel ausprobieren.
So rutschte ich ohne viele Vorkenntnisse in den Restaurant- und Hotelbetrieb. Die Brüder planten und bauten nach kurzer Zeit weitere Studios und im Jahr 2.000 das Seminarhaus, das seither u.a. für Ärzteweiterbildungen, Yoga- und Tanzkurse gebucht wird.
Damals 1998, gab es kaum Tourismus auf der Insel, eine kleine Taverne am Strand und unsere Zimmer waren fast die ersten im Ort.
Ein Telefon gab es im Dorfladen, aber nur für lokale Anrufe. Das halbe Dorf wurde so automatisch über alle persönlichen Angelegenheiten informiert. Zeitungen bekam man unregelmässig in der Hauptstadt. So war ich die erste Zeit, bis ich die Sprache besser konnte, total auf mich gestellt, was nach meinem sozial aktiven Leben in Zürich eine grosse Umstellung war.




