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22.06.2005

4 Tage Taschkent

Kontinent

Asien

Land

Usbekistan

Reisezeit

Juni 2005 bis Juni 2005

Route

Berlin über Istanbul nach Taschkent

4 Tage Taschkent
Mein sehr guter Freund Bernd hat in Taschkent eine Baufirma.
Sein Partner, mit dem Spitznamen Hilmi, leitet vor Ort die Geschäfte.
Bei Bernds letzter Reise nach Taschkent habe ich ihn begleitet, um ihn in meinem Fachgebiet, der Elektrotechnik zu beraten und mir Taschkent anzusehen.
Die Baufirma hat eine Einladung an die Usbekische Botschaft in Berlin geschickt. Somit war das Visum kein Problem. Wie die Visa-Vergabe bei Touristenbesuchen gehandhabt wird entzieht sich meiner Kenntnis. Tip:Einfach mal bei der Botschaft anrufen, die Adresse findet Ihr unter http://www.auswaertigesamt.de

Anreise
Den Flug haben wir bei Türkisch Airline gebucht. Türkisch setzt auf dieser Strecke moderne Maschinen ein. Entgegen meinen Befürchtungen, machte die gesamte Organisation von „Türkisch“ rund um den Flug einen Vertrauenserweckenden Eindruck. Kosten für Hin und Rückflug ca. 780,-€/Person. Es ging von Berlin Tegel über Istanbul (2h30), weiter nach Taschkent(4h50). In unserer Sommerzeit gibt es eine Zeitverschiebung von 3 Std.
Wir kamen morgens um ca. 05:00 in Taschkent an und wurden von einem Fahrer der Firma meines Freundes abgeholt. Die Ankunft der Maschine wurde jedoch auch schon von Heerscharen von Taxifahrern erwartet die Ihre Dienstleistung schon teilweise im Passkontrollbereich anboten. Wie viel der Sicherheitsdienst für den Einlass in den Kontrollbereich zugesteckt bekommen hat ist unklar, klar ist nur eins: Mit Geld kommt man in Taschkent (fast) überall rein.
Es gibt in Taschkent 2 Arten von Taxis: Normale Taxis, meist viertürige Kleinstwagen die ein Taxischild auf dem Dach tragen und Privattaxis. Mann stellt sich einfach an den Straßenrand und hält den Arm heraus. Wir haben nie länger als 1 min. gewartet bis ein Privattaxi angehalten hat. Der Fahrpreis innerhalb der Stadt beträgt tagsüber 1-2 US$, nachts das Doppelte.
Es ist selten, dass die Fahrer englisch sprechen. Von Vorteil ist deshalb, sofern man nicht Russisch oder Usbekisch spricht, wenn man sein Fahrtziel aufschreibt und dem Fahrer vor dem Einsteigen gibt. Nickt er zustimmend mit dem Kopf kann man zuversichtlich sein auch dort anzukommen wo man hin will. Ist die Zustimmung eher verhalten, sollte man sich einfach wieder an den Straßenrand stellen und eine weitere Minute investieren.
Die Fahrt vom Flughafen bis in die Innenstadt dauerte etwa 15 Minuten. Die Firma hatte für uns zwei möblierte Wohnungen angemietet. Als ich das Treppenhaus in der meine Wohnung lag betrat, setzte ich meine bescheidenen Erwartungen nochmals um 3 Stufen herab um nicht zu sehr enttäuscht zu werden. Ich war um so angenehmer überrascht als ich die 3-Zimmerwohnung betrat: Parkett, Fliesen, schwere Möbel, Klimaanlage (wichtig im Sommer!!), es fehlte an nichts. Solche möblierten Wohnungen kosten 30-40US$ pro Tag und bieten teilweise bis zu 6 Personen Platz. Es gibt natürlich auch jede Menge guter Hotels in Taschkent.

Der erste Tag in Taschkent:
Hilmi hat Geburtstag und der will gefeiert sein. In einem prunkvollem Saal mit einer zentralen Bühne war eine große Tafel bestellt. Wir fuhren am Vormittag dort hin weil Hilmi den Tisch und Platz, der bereits vorbereitet war, ansehen wollte. Die Tafel einer anderen Feier wurde kurzfristig umgestellt um den Blick zur Bühne und die Tanzfläche vor der Bühne frei zu bekommen. Im Anschluss stand eine kleine Sightseeing-Tour an. Wir hatten natürlich ideale Voraussetzungen mit dem ortskundigen Füherer Hilmi und dem Firmeneigenen Fahrer. Die Stadt hat Sowjet-Charm. Riesig-breite Strassen und relativ wenig Autos. Bei der Überquerung der Strasse ist am Bordstein Achtung geboten: Die Strassenentwässerung ist meist als offener Betongraben ausgeführt. Es gibt nur wenige wirklich schöne Gebäude und Plätze. Aber die Stadt hat dann doch noch einige sehenswerte Ziele.
Z.B. der Obst und Gemüsemarkt. Eine riesige, offene Halle aus Betonfertigteilen im typischen sowjetstyl in der riesige Mengen aller arten von frischen Früchten Gewürzen und Gemüse zu feil geboten werden. Den Einkaufswagen fahren junge Männer für ein Trinkgeld hinter einem her. Die Früchte haben eine hervorragende Qualität und sind für unsere Verhältnisse spottbillig.
Noch ein kleines Nickerchen und dann auf zur Geburtstagsparty.
Mir gegenüber an der Tafel saß ein Mitglied der Stadtverwaltung mit seiner Gattin. Wir haben uns den ganzen Abend zwar nur gestikulierend Verständigt aber der trinkfeste Usbeke war fest entschlossen mir zu beweisen, dass der Wodka mit jedem Glas besser schmeckt. Hilfreich war seine Empfehlung frisch gepressten Zitronensaft auf jedes Glas zu trinken. Auf der Bühne wurde uns beim Essen eine Show aus Gesang und Tanz mit über 20 Tänzerinnen präsentiert. Gelockert durch Zitronensaft und ein bisschen Wodka J, füllte sich die Tanzfläche schnell, es war eine ausgelassene und fröhliche Runde.

Zeit zum Ausruhen.
Am Sonntag musste ich meinen Kater pflegen, den ich kurzerhand „Gorbi“ nannte. Der Besuch im Aqua-Park, einer Schwimmbadanlage mit einer wirklich sehr hohen und steilen Wasserrutsche direkt unter dem großen Fernsehturm im Stadtzentrum, kam mir da gerade recht. Die 6US$ Eintritt empfand ich zwar gerechtfertigt, nur frage ich mich wie ein durchschnittlich verdienender Taschkenter, mit einem Monatseinkommen von ca. 300US$ (ca.330.000 SUM) einen Familienausflug bezahlen kann. Wo wir gerade beim Geld sind. Der größte Geldschein ist 1000 SUM.
Geld kann man in allen größeren Hotels tauschen. Wenn man Pech hat, sind gerade keine 1000 SUM Scheine da und man bekommt seine Landeswährung in 500er oder gar in 200er Scheinen getauscht. Empfehlenswert ist dann eine separate Tasche für die Bündel an Scheinen dabei zu haben. Hier hat man sprichwörtlich „die Taschen voller Geld“.
Abends kann man in einigen guten Restaurants recht preiswert essen (6000-8000 SUM incl Getränke) Es gibt auch offene Küchen (z.B. am Früchtemarkt) wo man für 300 SUM (ca. 30 USCent) essen kann. Ich habe aber zu Gunsten meines Magens darauf verzichtet.

Baustellenbesichtigung
Am Nächsten Tag Stand die Besichtigung der Baustelle auf dem Plan. Die Baustelle befindet sich in der Innenstadt von Taschkent in einem Sicherheitsbereich. Unserer Fahrer hatte zwar nur eine Erlaubnis einen Begleiter mit in die Sicherheitszone zu nehmen, aber nach ein paar energischen Usbekischen Sätzen öffnete sich des schwere zerbeulte Blechtor für die Einfahrt auch mit 4 Personen. Deutsche Maßstäbe an Qualität, Arbeitssicherheit, Arbeitsbedingungen und technische Standart´s sollte man getrost vor dem Tor lassen. Aber in Sachen Improvisation mit einfachsten Mitteln kann man durchaus etwas lernen.
Einige Besprechungen füllten den Rest des Tages.

Samarkant; - ohne Erfolg -
An unserem Letzten Tag wollte ich mit der Bahn nach Samarkant (ca. 10,-US$) fahren.
Der zug sollte um 07:00 losfahren und abends um 21:00 wieder ankommen, Fahrtzeit ca 4h pro Strecke. Leider hat sich herausgestellt, dass der Zug nur am Wochenende fährt. Die Alternative mit dem Auto dort hin zu fahren wurde uns aufgrund von schlechten Strassen und korrupten Polizeistreifen nicht empfohlen.
Bei Fotocommunity habe ich aber zwei sehr schöne Fotos gefunden. Quelle:“ Sabine aus Hessen „

Samarkant: Das unvollendete Minarett
der Baumeister hatte ursprünglich die Absicht ein Minarett zu bauen, von dem aus man bis nach Buchara schauen konnte. Als das Minarett so hoch war wie jetzt, nämlich 28 Meter, stellte man aber fest, dass man von oben in die Gärten des Herrscherpalastes schauen und die Frauen des Emirs sehen kann, was dieser gar nicht lustig fand. Der Bau wurde sofort gestoppt - so erzählt man sich

Ab nach hause:
Am Mittwoch um 05:00 Uhr früh hat uns der Fahrer abgeholt. Mit Spitzengeschwindigkeit von 140 KM/h ging es durch die noch schlafende Stadt. Wer nicht schlief war die Polizei, die am Wegesrand mit Radargeräten Jagt auf Eilige machte. Zum Glück des Fahrers und wahrscheinlich auch uns funktionierte das Radarwarngerät unseres Fahrers sehr zuverlässig und wir passierten die Polizeistreife mit vorbildlichen 60 Km/h.
Beim Anflug auf Istanbul Airport hat uns der Kapitän noch mit einer Kunstflugeinlage „erfreut“. In ziemlich geringer Tiefe, kurz vor dem Aufsetzen gab er wieder vollen Schub und zog das Flugzeug mit einer Steilkurve, in der ich jeden Moment mit einem Strömungsabriss rechnete, nach rechts um einen erneuten Anflugversuch zu starten. Meine Fingernägelabdrücke waren danach dauerhaft in den ledernen Vordersitz graviert. Besser ich erfahre nie was die Ursache für dieses abrupte Manöver war.

Volker

 

 

 
 

Mein Zuhause für 4 Tage

 
 

Tafel für die abendliche Party

 
 

Flohmarkt am "Brodway"

 
 

Der "Brodway": hier trifft man sich abends

 
 

Russisch-Orthodoxe Kirche

 
 

Russisch-Orthodoxe Kirche

 
 

Bankgebäude und Fernsehturm

 
 

Samarkant: Das unvollendete Minaret

 
 

Mausoleum von Timur in Samarkand

 
 

Fruchtmarkt

 
 

Fruchtmarkt:

 
 

Fruchtmarkt

 
 

Das Brot war noch warm und unbeschreiblich lecker

 
 

Nicht alle stehen auf der Sonnenseite

 
 

Ein Essen für umgerechnet 30Cent

 
 

Usbekische Elektroinstallation

 
 

öffentlicher Bus

 
 

Typisches Wohnhaus in Taschkent

 
 

Usbekistan nahe Taschkent

 
 

Wüste, Kasachstan