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04.06.2009

Abendheuer und Genuss

Kontinent

Asien

Land

Sri Lanka

Reisezeit

Dezember 2008 bis Januar 2009

Route

Quer durch den Südwesten bis nach Kandy

Sri-Lanka

Der Sri - Lanka – Der Urlaub war höchst eindrucksvoll.
Colombo allerdings konnte man knicken. Aufgrund der Angst vor Attentaten, war die Militärpräsenz riesig. Ständig mussten wir die Straßenseite wechseln oder auch umkehren. Trotzdem hatten wir auch hier schöne Stunden. Nett war unsere erste Malzeit, die wir in einem sehr einfachen Restaurant zu uns nahmen. Es gab Reis und Currys, aber kein Besteck. Also aßen wir, wie alle anderen in dem Lokal, mit der rechten Hand.
Nach 2 Tagen Hauptstadt, fuhren wir mit der Eisenbahn nach Alutgama an die Westküste. Alutgama, weil es dort einen Fluß gibt, den Bentota – Ganges. Ich hatte früher schon eine Flussfahrt in den Tropen gemacht (in Gambia) und das war toll.
Die meisten Unterkünfte suchten wir mit unseren Reiseführern: Doro hatte den „Lonely Planet“ und ich den „Stefan Loose“. Sie ergänzten sich hervorragend.
Bei dieser Unterkunft grenzte der Hintergarten direkt an den Fluss. In diesem Garten wurden auch Frühstück und Abendessen serviert, es war ein traumhaftes Ambiente, für 16,53 Euro je Nacht.

Am Tag nach unserer Ankunft, mieteten wir ein TUK TUK, und besichtigten einen wunderschönen Garten und eine Schildkrötenfarm. Da normalerweise von 1000 geschlüpften Schildkröten nur eine geschlechtsreif wird (Vögel, große Fische, Schildkrötensuppen sind die Feinde), sammeln Tierschützer die Babys ein und hegen sie bis sie etwas größer sind und setzen sie dann aus.
Nachmittags haben wir dann am Strand von Bentota unser erstes Bad im herrlich warmen arabischen Meer gemacht.

Die Flussfahrt startete dann am nächsten Tag. 5 Stunden hatten wir gebucht. 4 Stunden hin und eine Stunde zurück (Strömungsbedingt). Wir waren allein auf dem Boot, so ging es uns oft. Es waren kaum Touristen auf der Insel und die Folge war für uns, dass wir das Boot oder den Jeep bei der Safari nicht nur allein für uns hatten, sondern auch den vollen Preis bezahlen mussten. Das Boot kostete 7000 Rupien, also 3500 Rp für jede von uns. Wären noch 5 andere Touristen mitgekommen, wären es nur 1000 Rp gewesen für Jeden
Vorteil, wir hatten den Scout für uns und er zeigte uns alles was interessant war: Eisvögel, Warane, Krokodile, Chamäleons, eine Schlange, Mangroven etc..
Es war schon ein Erlebnis.
Am nächsten Tag bestiegen wir dann wieder das Dampfross und fuhren nach Galle und von dort aus in den Badeort Unawatuna. Es handelt sich hier um eine große halbmondförmige Badebucht. Der Strand ist leider sehr schmal und stark abfallend, eine Folge des Tsunami 2004. Unsere Hütte lag genau am Strand, das war schon schön. Die erste Nacht fanden wir allerdings kaum Schlaf: Nebenan ist die „Banana - Disco“ und Freitagnacht ist hier Party angesagt, bevorzugt Technomusik. Zum Glück wiederholte sich das in den folgenden 2 Nächten nicht, allerdings machte mir in der Nacht zum Sonntag ein liebeskranker, jaulender Hund zu schaffen und in der Nacht zum Montag, erkoren ein Häuflein jugendlicher Touristen mitten in der Nacht das Strandstück vor unserer Hütte zum Süffeln und laut diskutieren. Nun ja!
Unawatuna sollte zum Abhängen sein und das haben wir auch getan. Einen Tag haben wir der 4 KM entfernten alten Kolonialstadt Galle einen Besuch abgestattet, sonst gerelaxt. Ach ja, eine Ayurveda Vollkörpermassage haben wir uns gegönnt, herrlich.


Unser nächstes Ziel war der Yala Nationalpark im Südosten der Insel, bekannt für seine Elefanten und Leoparden. Der Weg dahin stellte sich als problematisch dar, weil die Eisenbahn nur bis Matala fährt und wir nicht wussten wie die Anschlüsse sind. Also entschlossen wir uns
kurzfristig für 2 Tage einen VAN mit Fahrer zu mieten. Eine gute Entscheidung. Der Chauffeur zeigte uns alles Sehenswerte an der Südküste. Wir bestiegen den südlichsten Leuchtturm Sri Lankas und ich einen Riesenbuddha. Am beeindruckensten jedoch waren die fliegenden Hunde mit einer Flügelspanne von nahezu 1 m.


Am nächsten Tag um 5:30 Uhr ging es dann mit einem Klapperjeep in Richtung Nationalpark. 4 Stunden sind wir herumgekurvt, am Ende habe ich meinen Hintern nicht mehr gespürt. Gesehen haben wir ein paar einzelne Elefanten, Schakale, Krokodile, Mungos, Seeadler, viele Vogelsorten. Am schönsten für mich war die rote Steppenlandschaft, die mich stark an Afrika erinnerte.
Auf dem Weg zu unserer Lodge hatte der Jeep auch noch eine Panne und wir mussten 1 Stunde in siedendheißer Sonne warten, bis der Fahrer alles geregelt hat.
Dann trafen wir wieder auf unseren gemütlichen VAN und es konnte weitergehen, nach Ella.

Ella liegt im Hochland, ca. 1000 ü. M. Hier wird Tee angebaut und das Klima ist erfrischend angenehm.

Das Dörfchen ist auch sehr nett und zum ersten mal während des Urlaubes (außer im Badeort) treffen wir einige andere Touristen. Lustig war es Heiligabend, es gab nämlich nur ein einziges Internetcafe mit einem PC. Ein französisches Pärchen brauchte bestimmt 20 Min. um seine Mails zu senden. Doro und ich haben uns gleich angestellt. Dann kam ich und während ich meine vorbereitete Weihnachtsmail an alle losschickte, fragten immer mehr vorbei kommende wann ich fertig sei. Se la vie!! Heiligabend haben wir dann gepflegt italienische Spaghetti zu Abend gegessen. Es sollte doch etwas besonderes sein, und so gut wie die Currys auch schmecken – jeden Tag Currys geht gar nicht. Nach dem festlichen Mahl begaben wir uns in die Dorfkneipe und gönnten und ein wenig (mehr) Arrak. Die Kneipe ist eine Strohhütte und total urig. Es sind viele einheimische Säufer dort und es war sehr lustig.
Da Doro blond und ich rothaarig bin, genossen wir eine besondere Bewunderung in diesem Land. Immer wieder wurden wir angestarrt und bewundert.
Wie überall in der Welt, nimmt auch der Ceylonese Weihnachten gerne als zusätzlichen Feiertag, obwohl die christlichen Gemeinden nur 7-8% des Gesamtbevölkerungsanteils ausmachen.

Schon am 1.Weihnachtsfeiertag verließen wir Ella wieder und fuhren in das 1400 m ü. M. liegende Haputale. Hier buchten wir 2 Übernachtungen, die Berglandschaft war überwältigend. Der Ort dagegen ist eher nichts sagend. Kaum in unserer Unterkunft angekommen, wollten wir die Gegend erkunden und gingen in Richtung Stadt. Plötzlich sahen wir auf einem Pfad aus einen Hügel von dem ganz viele, fein angezogene Menschen auf die Straße gingen, auf der wir waren. Oben ist ein Kirchlein, wie wir sehen konnten. Also stellten wir uns an den Pfad, um hinaufzugehen, wenn die Menschenmassen vorbei sind. Was geschah: Sobald wir in Position standen, drückte uns Jeder, aber auch wirklich Jeder die Hand und wünschte „Happy Chrismas“ Wir waren ganz gerührt, so muss sich Obama gefühlt haben.

Am nächsten Tag nahmen wir einen Bus und besichtigten die Liptons-Teefabrik.
Wir wurden von einem jungen Mann an die jeweiligen Produktionsstätten geführt. Das war schon recht interessant. Anschließend machten Doro und ich eine Wanderung durch die wunderbaren Teeberge. Am Nachmittag gönnten wir uns im einzigen etwas gediegeneren Hotel des Ortes lecker Eisportionen. So beendeten wir den Exkurs in Sri Lankas Bergwelt, denn am nächsten Morgen ging es weiter nach Kandy, aber wie!!



Völlig unbedarft kamen wir mit unseren Rucksacktaschen am kleinen Bahnhof an und mussten feststellen, dass noch sehr viele Andere den Zug benutzen wollten. Der Bahnsteig war ziemlich voll. Als dann die Eisenbahn mit 40minütiger Verspätung eintraf, dachten wir, das kann nicht sein: der Zug war schon überfüllt. Resigniert blieben wir auf dem Bahnsteig stehen, als ein junger Singhalese unsere schweren Tasche mit Gewalt in ein Anteil schob und uns hinterher. Man sollte meinen das war es, aber weit gefehlt, in jeder Station kamen noch Menschen dazu, einige wenige stiegen aus. Der Zug trottete gemächlich bis auf 2000 m Höhe und dann bis 500 m hinab, bis kurz vor Kandy. Die Fahrt dauerte 5 Stunden, ich saß an der offenen Tür auf meiner Tasche und hatte zeitweise noch das Gepäck anderer Reisender auf meinem Schoß. Rausgucken war nicht, weil die Tür von Männern versperrt war, die nur einen Platz außerhalb des Zuges ergattert haben. Doro stand im Gedrängel, oft auf Zehenspitzen, weil für die ganzen Füße kein Platz war. Aber auch die anstengenste Zugfahrt hat mal ein Ende. In Kandy hatten wir ein tolles Zimmer und konnten uns erstmal von den Strapazen erholen.
Am nächsten Morgen ging ich auf Affenpirsch. Hatte gehört, dass die Tiere morgens immer in den Gärten herumtollen. Das war klasse, ich hätte ewig
zuschauen mögen. Aber das Frühstück rief. Den Rest dieses Tages waren wir shoppen, abhängen, essen

.
Kandy ist eine alte Königsstadt, mit großem See in der Mitte und dem Tempel mit dem Backenzahn Buddhas. Hier kann man auch wirklich gut sein.
Von Kandy aus besuchten wir den weltberühmten Botanischen Garten im nahen Peradeniya wo wir uns nahezu einen ganzen Tag aufhielten. Da gibt es einen Benjaminus Ficus , der ist so groß wie ein Fußballplatz und auch sonst sehr spannende Bäume.

Am nächsten Tag besichtigten wir den schwer bewachten Zahntempel (1998 gab es das Selbstmordattentat eines Tamil Tigers). Er ist wunderschön und wir nahmen auch an einer Zeremonie zu Ehren Buddhas teil, dazu schlugen Wächter immer große Trommeln und die Leute legten Lotusblüten ab.

Unseren vierten vollen Tag in Kandy verbrachten wir im Regenwald. Den konnten wir zu Fuß erreichen und es handelt sich hierbei um ein Reservat. Schon vor dem Eingang wurden wir von Affenhorden belagert, was wir sehr genossen. Der Urwald selber wird durch zwei breite Wege durchschnitten, die durch Trampelpfade, Hängebrücken etc. verbunden sind. Man konnte nicht verloren gehen, fühlte sich dennoch wie mitten im Dschungel. Es war toll und auch hier waren wir viele Stunden und trafen nur einmal einen Menschen, einen Mönch.

Von Kandy aus wollten wir noch in das „Kulturdreieck“ im Norden – aber wohin? Alle alten Städte wollten wir nicht besuchen. Schließlich entschieden wir uns für das spektakulärste und am nächsten liegende Ziel: Sigiriya. In Sigiriya steht ein Monolith, ähnlich wie Ayers Rock, nicht so groß. Man kann hinaufklettern und oben befindet sich eine alte Felsenfestung. Zwei Tage später war der große Tag. Früh am Morgen machten wir uns auf den Weg um den Gipfel zu stürmen. Es war schweißtreibend, aber hat sich allemal gelohnt. Das Beste, wir waren ganz alleine. Erst später, auf dem Rückweg trafen wir andere Kletterfreudige. Der Aufstieg hat bestimmt eine Stunde gedauert, die Stufen haben wir nicht gezählt, aber die waren zum Teil mehr als Abenteuerlich. Oben aber, das war der Hit und unvergesslich. Am Nachmittag nahmen wir dann einen Bus nach Kandy, wir hatten unser Zimmer für die eine Nacht nicht geräumt.
Wir verbrachten noch einen vollen Tag hier und bestiegen dann am 1. Januar 09 das erste Klasseabteil eines Zuges nach Colombo. Das war doch mal eine erholsame Zugfahrt!

Mittags wollten wir dann weiter an den Badeort Hikkaduwa, an der Westküste.
Weil in absehbarer Zeit mal wieder kein Zug fuhr, entschlossen wir uns den

Bus zu nehmen und das bedeutet höchste Lebensgefahr. Von/nach Sigiriya sind wir auch mit dem Bus gefahren und das war schon beängstigend. Die Busse die die Galle - Road herunterpreschen, übersteigen jedoch alles Vorstellbare. Es muss täglich Tote geben, so rücksichtslos wie durch die Orte rasen. Mit zitternden Knien kamen wir schließlich heil an und fanden eine schöne, sehr einfache und preiswerte Unterkunft am Meer.
Hikkaduwa, ich war vor 30 Jahren schon hier und die Schönheit des Strandes hat sich nicht verändert. Bis zum 13.01. waren wir hier und konnten nicht genug bekommen.

Sidi, ein Einheimischer den wir kennen gelernt haben, hat uns auf seinem kleinen Katamaran 2 Stunden auf der Lagune gepaddelt, uns einen Tag später, zu seiner Frau und Tochter zum Essen eingeladen und uns am folgenden Tag
zu einem völlig untouristischen Teufelstanz mitgenommen. Die Esseneinladung hatte schon seine eigene Dimension. Sidis Familie haust in einer extrem einfachen Hütte. Gekocht wurde auf dem Sandfußboden in der Hütte, aber es wurde richtig aufgetischt. Verschiedene Currys, Obst. Alles sehr lecker. Gewöhnungsbedürftig war, dass die Gastgeber uns beim Essen zuschauten, d.h. Doro und ich haben gegessen und alle Anderen standen um den Tisch herum. Uff!
Im Anschluß haben Tochter und Nichte uns noch einen Tempeltanz vorgeführt.
Auch der schönste Urlaub geht mal zu Ende, aber wir haben ihn voll ausgekostet. Doro und ich haben uns hervorragend verstanden, irgendwie hatten wir ganz oft die gleichen Ideen

. Das ging soweit, dass wir uns häufig, ohne Absprache, für das gleiche Essen auf der Speisekarte entschieden haben.
Ein letztes Highligh erlebten wir noch bei unserer Zwischenlandung im Emirat Katar: Wir hatten 13 Stunden Stop over und es tatsächlich geschafft, ein Visum zu bekommen. So mitten im Orient, auf einmal. War ein Superabschluss.


Über unseren Zustand nach fast 48 Stunden Schlaflosigkeit schreibe ich hier mal nicht, das steckt man in unserem Alter ja locker mal weg, vor allem wenn man so gut erholt ist wie wir es waren.

merri-b-k