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Flug
Es gibt so einige Anbieter, die die Rep. Kongo anfliegen. U.a. natürlich Air France über Paris. Ich flog mit Äthiopian Airlines über Addis Abeba (Preis ca: 750 EUR). Auf dem Flughafen Addis Abeba kann man ruhig auch mal eine Nacht bleiben und sogar ein Nickerchen halten!
Der Flug in die Rep. Kongo wird auch von Kongolesen aus dem anderen Kongo (früher Zaire) angenommen.
Der erste Stop ist Brazzaville (Demokratische Republik Kongo), der zweite dann 15 min. später Kinshasa (Republik Kongo). Die beiden Länder trennt ja nur der Fluss Kongo. Dazu später mehr...
Auf meinem Flug sass neben mir ein Kongolese aus der Republik Kongo (Ziel also Kinshasa), der seit 18 (!) Jahren nicht in seinem Land war und auch seine Familie über die Zeit hinweg nicht gesehen hatte. Er kam aus Kanada. Wenn ich daran denke, wie aufgeregt er die ganze Zeit so neben mir sass in der Erwartung, bald nun wieder nach Hause zu kommen... Er trug einen feinen Anzug - den ganzen Flug über schon! Wahnsinn - seit Kanada! Ich natürlich mit meinem Gemütlichkeitslook neben ihm... *lächl*.
Als ich in Brazzaville landete, bekam ich meinen ersten Eindruck vom Land. Ich füllte mein Standard-Formular vor der üblichen Passkontrolle am Fenster des Terminals aus. Als ich mich umsah, war nur noch Chaos im Raum zu sehen. Nein, nein, nicht wegen mir ;-) - die Mentalität der Einreisenden kam durch. Also beobachtete ich das Spektakel: Pässe flogen, eine große Menschentraube umrang die Kontrolleure, ein großes Gemurmel und Geschreie war zu vernehmen und ich: da hinten am Fenster, zurückgelehnt und grinsend... Geduld will Weile haben! Ich hatte mein Beobachtungsspass und schloss innerlich Wetten ab, wie lange dies hier wohl ohne Struktur dauern mochte...
Ich fragte später Einheimische nach dieser Situation; also: warum, wieso, weshalb die Menschen so reagieren, wenn sie in ihr Land einreisen möchten. Das einzige schlüssige Argument: Sie wollen sich wichtig machen - schließlich kommen sie gerade aus Europa.
Ohne Vorbehalte denke ich: Da ist was dran!
Auch ich kam irgendwann an die Reihe - meinen Pass schmiss ich nicht ;-)
Es ist ratsam, eine Einladung dabei zu haben! Danach wird gefragt und natürlich die vorgeschriebenen Impfungen (Gelbfieber)!!! Das Visum wird nicht am Flughafen ausgestellt! Dieses muss rechtzeitig vorher in Bonn beantragt werden!!!
Der Rest auf dem Flughafen ist dann von Glück bestimmt: Das Gepäck!
Die Standard-Gepäck-Umkreisungs-Maschinerien sollten nicht erwartet werden! Clever ist es, wenn man Jemandem sein Gepäckabschnitt übergibt - keine Gefahr! Der Rest könnte Stunden in Anspruch nehmen und ist mit der Suche nach Gepäckstücken auf der Landebahn verbunden!
Bei einem Anschlussflug nach Point Noire (ca. 1 h) sollte man die vor Ort am etabliertesten und teuerste Airline (Air Congo) in Anspruch nehmen! (Kosten ca. EUR 60,00 - mehr nicht!!! EUR in Cash wird akzeptiert und erwartet!).
Das Einchecken des Gepäcks läuft dann so, wie im Film immer gerne dargestellt: Kisten mit Hühnern, Kaninchen, getrocknetem Fisch etc. Vorgehen: Gebe Deinen Abschnitt (Ticket) vorne am Schalter ab, gliedere Dich in die Reihe ein und warte auf den Aufruf Deiner Nummer! Stolpere mit Deinem Gepäck über das der Anderen und freue Dich des Lebens!
Sollte es bei Air Congo wieder einmal zu Streiks kommen, warte ein paar Tage - das Ticket entfällt erst sechs Monate später!!! Magst/Kannst Du nicht warten, erwartet Dich ein phantastischer "Russen-Flug" ;-)
Aber auch das gehört dazu: Anschnallen ist nicht, Liegeposition garantiert, nicht zu wissen, ob gerade oben oder unten auch... Flug ohne Fenster mit Schwingtür zum Cockpit inklusive. Wenn Du den Wolken schon immer mal so richtig nah sein wolltest: Tue es - sie kommen dann direkt an Dein Platz, um Dich zu besuchen!!!
Have fun - enjoy your flight!!!
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Leben
Es gibt keine Straßennamen. Orientierung läuft über das nächst Bekannte - also: merk dir den Namen der nächsten Tankstelle, eines Hotels, einer Institution, eines Restaurants oder eines Platzes. Der Taxifahrer wird den Weg dann finden. Mir ist es in zwei Monaten nur 2 x passiert, dass ich dem Fahrer energisch den Weg weisen musste - einen guten Orientierungssinn solltest du mit dir führen. Schwarze Scharfe gibt es überall! Taxis gibt es wie Sand am Meer - das Geräusch des Motors zählt bei der Auswahl ;-) In Point Noire sehen sie blau/weiß und in Brazzaville grün/wein aus. Egal wie weit deine Fahrt auch sein mag: Du zahlst einen Standardpreis (ca. EUR 1,00 pro Fahrt), abends ab 22.00 Uhr einen geringfügigen Zuschlag. Ein Taxi kann auch über mehrere Stunden inkl. Zwischenstops gemietet werden. Es gibt auch die berühmten Sammeltaxis (ca. EUR 0,20), die dann von einem Marktpunkt zum anderen fahren. Los gehts, wenn das Auto voll ist! Essen: Es gibt zahllose Märkte, auf denen nicht nur Affenschädel herumliegen, sondern auch köstliche Gemüse- und Obstsorten, Reis, Fou-Fou, Manjok (auf die helle Farbe achten), Erdnüsse, Fisch in allen Variationen. In der Regel sind die Waren ausgepreist. Es gibt kleinere Supermärkte, die hier eher als Kiosk oder Spätverkaufsstellen bekannt sind. Auch dort sind alle Preise ausgewiesen - ganz nach sozialistischen Standards ;-)...Gekocht wird über Gas oder offenem Feuer. Das Nachtleben ist ebenfalls etabliert. Es gibt Bars, in die Ausländer und besser verdienende Einheimische gehen. Die Damenwelt gehört dazu! Dieselben Leute trifft man morgens in Cafés wieder... es gibt in beiden Städten tolle Brasserien und bei Frust kann eine kalorienreiche Torte garantiert werden. Auch das Eis kann in diesen Brasserien ohne Bedenken verzehrt werden. Abends sieht man auf den Straßen offene Feuer. Es werden Hefeteigbällchen verkauft, die furchtbar lecker sind! Aber Vorsicht: Nicht überall, wo offenes Feuer ist, Essen kaufen - Samonellengefahr! Tipp: Wenn die Frauen saubere Händen, d.h. Schmuck tragen und auf sich bedacht sind, dann ist das Essen meistens ok! Strom/Wasser: In Point Noire mangelte es zu meiner Zeit zumeist an Strom. Der Witz ist: Jeder besitzt ein Handy natürlich der teuersten Marke! In Brazzaville gab es kaum Stromprobleme. Die Stadt wird über Kinshasa mitversorgt. Hier mangelt es an Wasser und das ca. den halben bis 3/4 Tag lang! Die meisten Leute leben in großen Häusern - Platz ist nicht das Problem. Sie mauern sich ein und schaffen sich hinter diesen Mauern ihre eigene heile Welt. Diese ist grün und kann eine kleine Oase darstellen. Vor der Tür jedoch ist alles verstaubt, schwarz, düster und richtig dreckig! Bevor man rausgeht: Wasser besorgen! Nach zwei Monaten dachte ich nur: Ob diese Füsse auch noch einmal eine Chance bekommen, weiss zu werden?! *lach* - Sie wurden es! Es gibt keine Bettler. Ich wurde 1 x in der ganzen Zeit auf dem Markt, auf denen ich mich täglich bewegte, von einem kleinen Jungen um Geld gebeten. Es gibt sehr viele Kinder, Jugendliche, viele Clubs (die tanzen die ganze Woche über), Barbeque überall... Es gibt keine kulturellen Aktivitäten - d.h. Kino, Zoo, Parks, Theater, Literatur etc. Die Leute sitzen kaum abends draußen. Getroffen wird sich zu Hause meist ohne vorherige Ankündigung. Untereinander sagt man, sie hätten nach dem Bürgerkrieg die Lust am Leben verloren. Die meisten bleiben lieber zu Hause. Jeder geht so seinen eigenen Geschäften nach, um sein Überleben zu sichern. Wer keine Arbeit hat, fährt von einem Verwandten zum Anderen, um dort für sein Überleben zu sorgen (Geld entgegenzunehmen) - dies stellt die gesicherte Sozialversicherung dar.
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Menschen
Die Menschen sind interessiert. Sie sind schüchtern, schauen einen in die Augen, sehen oft müde aus, gehen ihrer Welt nach und haben eher Respekt als Abscheu gegenüber Touristen. Hat man Freunde gefunden, so bleiben sie einem erhalten. Du musst sagen, wenn Du allein sein möchtest. Das wird akzeptiert; ansonsten begleiten sie dich über den ganzen Tag hinweg. Zusammen kochen, Fernsehen, über den Markt gehen, wobei Laufen nicht zu ihren Stärken zahlt! Sie sind schnell müde und schieben dies auf die Hitze. Sie lieben es, fern zu sehen, Musik zu hören und Haare zu flechten. Vertraust Du Dich an, so werden sie Dir auch vertrauen. Sie sind gutmütig und nehmen Dich in der Regel nicht aus. Gewalttätige Auseinandersetzung gibt es selten - Schlichter/Freunde sind immer dabei, die die Situation wieder unter Kontrolle bringen.
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