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Dies ist ein Reisebericht aus meinem neuen Buch "Of Dung-beetle Messengers and Infamous Crickets", ein Bildband über das tägliche Leben in Myanmar. Die Fotos sind kombiniert mit burmesischen Märchen und meinen persönlichen Reiseberichten. Hier ist das Buch erhältlich und man hat eine Preview. http://www.blurb.com/bookstore/detail/580010
Große Teile des Chin-Staates kann man als Ausländer nur mit Genehmigung besuchen, obwohl die Regierung inzwischen viele Reisebegrenzungen aufgehoben hat. Von Mrauk U aus lassen sich problemlos Trips zu Chin Dörfern im südlichen Chin-Staat organisieren. Ich machte mich gemeinsam mit meinem Freund, dem Künstler Shwe Maung Thar, zu einem Ausflug in diesen Teil des Landes auf. Wir radelten zwei Stunden durch Dörfer und Felder, stoppten hier und dort für einen Tee und für eine Unterhaltung mit den Dorfbewohnern. Am Flussufer des Lay Mro Flusses mieteten wir uns ein kleines Boot mit Fahrer und begannen unsere wunderschöne Flussfahrt. Die grünen Hügel und kleinen Wälder wirken sehr idyllisch. Allerdings trügt diese Idylle, denn überall werden bedrohlich viele Bäume durch Brandrodung abgeholzt. In der Regenzeit führt das zu Erdrutschen, bei denen oft ganze Dörfer ausradiert werden.
Auf dem Fluss selbst herrschte reges Treiben. Wir begegneten Holzbooten aller Größen mit selbstgenähten bunten Segeln, Familien, die auf kleinen Booten lebten und riesigen Holzflößen, die Güter transportierten. Auf einem Markt auf einem der Hügel, wo frische Fische, Gemüse und natürlich frische Betelnüsse angeboten wurden, besorgten wir einige Gastgeschenke bevor wir unseren Bootstrip nach Shawmay Dorf fortsetzten. Betelnuss wird in ganz Myanmar als Wachmacher gekaut. Über die Jahre hinweg färbt der Saft die Zähne rot, was manche schön und andere sehr häßlich finden.
In Shawmay, einem Chin Dorf mit ungefähr vierzig Familien, wurden wir herzlich von Ma Htwe begrüßt, einer alten Bekannten des Künstlers. Ihr Gesicht war komplett bedeckt mit einer Spinnennetz –Tätowierung, die noch aus der Zeit des Königreichs stammte. Chin Frauen galten als außergwöhnlich schön, daher orderte der König sie als Mätressen. Um ihre Töchter vor diesem Schicksal zu bewahren, ließen viele Eltern ihnen eine hässliche Spinnennetz -Tätowierung ins Gesicht ritzen. Seit ungefähr 50 Jahren wird dieser Brauch nicht mehr praktiziert, und wenn in 10 bis 20 Jahren alle tätowierten Frauen verstorben sind, wird es keinen lebenden Beweis mehr dafür geben. Ma Htwe, 78, wurde mit fühnfzehn Jahren tätowiert und erinnert sich daran, dass es ziemlich schmerzhaft war. Die Tinte wurde aus Büffelgallensaft und Holzkohle angerührt und die Tätowierungen dann mit einer mit Tinte gefüllten Nadel durchgeführt, erzählte sie mir.
Später fuhren wir weiter mit unserem Boot zum nahe gelegenen Panbaung Dorf, ein wenig flussabwärts. Dort fand gerade eine traditionelle Beerdigung statt und wir wurden eingeladen daran teilzunehmen. Die Frau eines nicht sehr alten Mannes war an einer Krankheit gestorben und die Verwandten reisten aus weit entfernten Dörfern an, um ihm Beistand zu leisten. Da die Anreise oft lange dauert, erstreckt sich eine Beerdigungszeremonie meistens über vier oder fünf Tage, bis dann am Ende die Leiche verbrannt wird.
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