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03.08.2006

Biketour Berlin > Rügen

Kontinent

Europa

Land

Deutschland

Reisezeit

Juli 2006 bis Juli 2006

Route

Potsdam-Berlin-Rheinsberg-Müritz-Stralsund-Binz/Rügen

Potsdam-Berlin-Rheinsberg per Bahn
Mittwoch 6.50 Uhr von Potsdam Hbf nach Berlin Lichtenberg mit der S-Bahn. Weiter mit der Bahn nach Rheinsberg. Nur zwei Waggons. Das Fahrradabteil war übervoll. 19 Räder haben wir gezählt. Kurzurlauber auf Tages- oder Wochenendtour nach Rheinsberg. Eine gute Idee. Rheinsberg ist besonders im Sommer eine Reise wert: Konzerte, Kultur und Natur pur.

Start in Rheinsberg
Hinter dem Schloss Park ab durch die Wälder. Bei 36 °C im Hochsommer war der Kurs durch die Wälder eine angenehme Wahl. Nicht der schnellste Weg aber good feelings und schon bald genossen wir in idyllische Natur.

1.Etappenziel die Südspitze der Müritz
Nette Privatunterkunft in Rechlin in einer Ziegelhaussiedlung. Picknick mit Sonnenuntergang am Strand der Müritz.

Waren Müritz - Bülow - Demmin - Stralsun
Hier trafen wir Kathrins Freund Ingo. Trotz Flaute brachten wir die Segel Jolle zu Wasser und genossen zu dritt den Sommertag auf dem Wasser. Als auf dem Rückweg der Wind doch noch kam nahmen wir unseren ersten Segelunterricht beim Skipper Ingo. Ein spannendes Unterfangen. Wir kamen dennoch heil in den Hafen zurück.
Die Fahrräder im Bus verstaut fuhren wir gemeinsam weiter nach Bülow - ca. 30 km nördlich nahe Malchin zu Ingos ersteigerten Anteil eines ehemaligen Gutshofes - sehr renovierungsbedürfig aber inmitten ländlicher Natur. Bei Lagerfeuer, Gegrilltem, Wein und Rauch bekommt man dort in lauer Sommernacht schon mal Besuch vom ansässigen Fuchs, der nach dem Rechten schaute. Es war wieder ein impressionistischer Tag. Am nächsten Morgen mit den Rädern weiter nach Demmin - von dort ist die strecke frahrradunfreundlich - wir fahren per Bahn nach Stralsund. Per Handy buchten wir vom Bahnhof Demmin aus Quartier über die Touristeninfo Stralsund. Wallensteintage in der Stadt alles ausgebucht. Im 10. Versuch klappte die Verbindung und wie von Zauberhand landeten wir trotzdem noch perfekt an der Strecke auf der Insel Dänholm.. Die Buchungsbestätigung mit Adresse kam per sms auf´s Handy. Das war komfortabel.

Dänholm
Unser letzter Zwischenstop zwischen Stralsund und Rügen.
Die nur 1 km große Insel im Strelasund gehört rechtlich zu Stralsund und verbindet durch den Rügendamm und die Ziegelgrabenbrücke das Festland mit der Insel Rügen. Im Sorthotel Dänholm mit Tauchbasis und schönem Yachthafen nahmen wir letztes Quartier vor Rügen. Die Location wirklich sehenswert - der Service leider enttäuschend- Preis/ Leistung hat nicht gepasst.

Auf nach Rügen - Tagesziel Binz
Nach dem Frühstück Lagebesprechung mit Radwanderkarte. Wir entschieden uns hinter dem Rügendamm die Süd/Ost Route Richtung Binz am Bodden entlang zu fahren. Im Nachhinein - keine gute Wahl. Immer noch immer Hochsommer, über 30 °C fast ausschließlich sandige Feldwege, kein Baum, kein Strauch, die Sonne brannte. Endlich Wasser - der Bodden in Sicht. Hoffnung auf ein Bad. Fehlanzeige. Der Bodden hatte kaum Wasser - man hätte wohl Kilometer laufen müssen um ein wahres Badeerlebnis zu haben. Die Route - nicht empfehlenswert!
Irgendwie haben wir es dennoch geschafft durch Wald und streckenweise über viel befahrene Landstraße mit letzter Kraft am Abend in Binz an zu kommen.

Binz in der Hochsaison
Sommerferien, Samstag Abend, 19 Uhr und wir auf der Suche nach einem bezahlbaren Quartier. Für 140,- EUR direkt am Strand 5 Sterne kein Problem- aber nicht unser Plan. Wir radelten durch die Straßen im Focus die verheißungsvollen Schilder "Zimmer frei". Die Sonne sank, die Hoffung schwand, die meisten Schilder waren nicht mehr aktuell- ausgebucht, ausgebucht... Endlich lies sich aber doch Frau Schulz für den doppelten Zimmerpreis von insgesamt 60,- EUR erweichen für eine Nacht ihr Ferienzimmer an uns zu vermieten. GERETTET! Die Lage des Einfamilienhauses zu dem noch günstig 5 Minuten vom Strand entfernt.

Endlich Ostsee
Zehn vor Acht schnell zu ALDI Verpflegung kaufen. Gegen 21 Uhr liefen wir entspannt zum langersehnten Strand. Endlich Ostseesand unter den Füßen. Rotwein, Sommerwind, Sonnenuntergang - das hatten wir uns verdient und genossen den Zauber der Ostsee.

Lagerfeuer Bekanntschaften
Als es dunkel war, loderten in 2 km Entfernung zwei Lagerfeuer. Was gibt es schöneres als Ostseewellenrauschen + Lagerfeuer. Da müssen wir hin! Gesagt getan. Die Feuerstelle lag ca. 500 m hinter den letzten Häusern. Das letzte Stück Waldweg war stockfinster. Dann waren wir am Ziel. Am Feuer saßen 5 junge Männer mit einheimischem Dialekt. Kein Problem erklärten sie freudig - wir durften uns dazugesellen. Die Grillzeremonie war beendet und so wurde mit Waldgeäst und -holz das Feuer am Leben erhalten. Klassische Lagerfeuer am Strand sind untersagt. Das Grillgestell legitimierte die Flammen. Tatsächlich kam eine Stunde später der Strandwächter zum Kontrollgang und segnete ab. Wir plauderten sehr nett mit den jugendlichen Rüganern, die alte Schulfreunde waren, aber durch Ausbildung und Beruf der schönen Insel abtrünnig wurden und sich hier zu einem Wiedersehen trafen. So erzälten und hörten wir lustige und interessante Geschichten, tranken verschiedene Sorten Bier aus dem Lager der Jungs und bemerkten kaum wie die Zeit verging. Um 2 Uhr holte uns der sportliche Tag ein und wir zwei zogen heimwärts.

Der letzte Tag
Nach dem Früstück Satteltaschen packen, Zimmerübergabe, zum Bahnhof, Rückfahrt checken. Schließfächer genommen und mit Badehandtuch zum Strand. Uns blieben 4 Stunden zum Sonne tanken, baden, relaxen. Endlos war die Strecke zum FKK. Erst die Hoteltextilstrände, dann Hunde, sogar ein Areal für Behinderte gab es inzwischen im mondänen Seebad Binz. Irgendwann dann unser Strand. 2 Stunden wie im Himmel Sonne pur. Kathrin schwang sich in die Fluten. Hochsommerlich seit Wochen war die Ostsee wohl wunderbar und ohne Kälteschock zu erobern. Ich kam nicht mehr dazu. Nach 6 Wochen Dauersommer kamen Regenwolken, es tröpfelte und wurde kalt - unsere Glückseeligkeit fand ein jähes Ende. Was soll man tun? Sachen packen und hoffen, dass es kein Wolkenbruch wird. Auf dem Rückweg am Strand entlang ein fast unglaubliches Zusammentreffen mit meiner alten Schulfreundin samt Family. Nach dem freudigen Treffen, 50 m weiter trafen wir auf Freunde von Kathrin. Die Welt ist eben klein. Nach einem kurzen Bummel über die Promenade bei Nieselregen fuhren wir mit den Rädern zum Bahnhof die Rückreise an zu treten. Es wird sicher voll dachten wir uns und nahmen bewußt nicht die letzte Zugverbindung. Das Ostseeticket war wirklich günstig - für 30 EUR konnten wir mit max. 5 Personen bis Berlin/ Potsdam fahren.

Abenteuer Bahn
Dass es voll wird war uns klar. Aber die Realität übertraf unsere Erwartungen. Ab Stralsund wurde der viel zu waggonarme Zug mit jeder Haltestelle mehr und mehr an seine Kapazitäten gebracht. Irgendwann ging nichts mehr. Hunderte Fahrräder verstellten im Zug die Durchgänge - viele Neueinsteiger auf den Bahnhöfen kamen nicht mehr mit. Darunter Radler-Eltern mit Kindern, alte Menschen. Ein kleines Drama spielte sich ab. Es war in zwischen spät und dunkel. Wann der nächste Zug sie mitnahm wohl ungewiss. Pech hatte wer sein Fahrrad unter 20 anderen begraben hatte und aussteigen musste. Die Stopps an den Haltestellen verzögerten sich mehr und mehr, so dass die Verspätung immer gewaltiger wurde. Zwischendurch kamen freundliche Durchsagen der Bahn, dass jetzt auch alle anderen - incl. die Expresszüge für das Wochenendticket freigegeben wären und man doch umsteigen könnte um dennoch pünktlich nach Haus zu kommen und Anschlüsse zu schaffen. Im Zug kam langsam Freienlagerstimmung auf und jede weitere Ansage bekam mutlos-grinsend sarkastische Kommentare von eingeferchten Passagieren. Irgendwann endlich Berlin Hauptbahnhof. Unser Zug nach Potsdam fiel aus, auf dem Nebengleis stiegen wir in den nächsten. Gegen Mitternacht Ankunft am Ausgangspunkt Potsdam Hauptbahnhof. In dieser Zeit hätten wir ans andere Ende der Welt fliegen können - malten wir uns erschöpft aus. Dennoch: es war eine wunderbare Radtour an die Ostsee :-)

Karola

 

 

 
 

übervolles Fahrradabteil

 
 

Rheinsberg: hinter dem Schlosspark auf die Waldweg-Strecke

 
 

Idyllische Reise

 
 

Seenlandschaft

 
 

Badesteg

 
 

Erstes Etappenziel

 
 

Schleuse

 
 

Bootshäuser

 
 

alter Lastenkahn

 
 

Hochstand Müritz Nationalpark

 
 

Müritzblick

 
 

durch Wald und Flur

 
 

Dänholm - Die Insel zwischen Stralsund und Rügen

 
 

Neue Rügendamm Brücke 85 Mio EUR vom Bund

 
 

Links der NEUE - rechts der 70 Jahre alte Rügendamm

 
 

Binz - unser Ziel!

 
 

Seebrücke in Binz

 
 

Rügenkarte mit Seebad Binz