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RAS ABOU GALOUM SOUTH SINAI
Zielflughafen Sharm el Sheikh.
Paradiesisches Synonym für Jugend und Abenteuer. Freiheit und Liebe.
Glück ist: Nach fünfundzwanzig Jahren Sinai-Abstinenz endlich
wieder diese samtene Wüstenluft atmen zu dürfen.
Vier Flug-Stunden von Wien entfernt.
Mit Taxi noch eine Stunde bis in unser Urlaubsquartier Dahab.
Im östlichen Sinai am RotMeerStrand gelegen, auf halbem Weg nach Israel.
Ehemalige Bedouinen-Siedlung mit noch teilweise intaktem Lokalkolorit.
Mittlerweile aber auch im 20. Jahrhundert per Strandpromenade angekommen.
Eine Woche farbenprächtigste Fische bewundern beim Tauchen, Schnorcheln und Schwimmen im glasklaren warmen Wasser- und mir ist nach Abwechslung.
Ausgangspunkt das beliebte Tauchziel:
Blue Hole. Ein kreisrundes 300m tiefes Loch inmitten von Korallen samt unterirdischen Gängen – benannt nach den unwahrscheinlichsten Blautönen des Wassers.
Gefährlich schaukelnde weiße Kamele, wunderschöne Tiere, für mich leider
nicht sehr vertrauenerweckend, warten schon auf uns, um die vor uns liegenden Berge zu überwinden.
Wir wählen aber doch lieber den Fußweg, einen schmalen Steig durch die Felsen.
Dauert höchstens eine 3/4 Stunde, versichert man.
Mit Taschenlampen bewaffnet trotzen wir verblassendem Tageslicht. Dämmerung taucht langsam ein in schwarze Finsternis, während wir Klippen erklimmen.
Immer am Meer entlang, ein bis zwei Meter über dem Meeresspiegel .
Ein schmaler Weg. Plötzlicher Stop.
Eine Schlange. Sehe nichts. Furcht kriecht hoch.
Mein Freund vertreibt das Tier.
Wir gehen vorsichtig tastend weiter.
Nach einer guten Stunde vor uns eine Riesenbucht mit ebensolchem Sandstrand.
Erkenne bloß schemenhafte Umrisse.
Mehrere rechteckige zeltähnliche Gebilde mit offener Vorderfront samt Lagerfeuer.
Wo bitte sind hier die Zimmer?
Wir finden einen freien Unterstand, der uns diese Nacht Zimmer sein darf.
Der dazugehörige Bedou schläft heute hinter dem Zelt mit seiner Familie im Sand.
Vorher werden wir noch sehr freundlich dafür weniger gut bekocht.
Der Fisch eine Frechheit. Dafür teuer.
Entspannt rauchend liegen wir auf Teppichen im Sand. Da beehrt uns der Sheikh noch einmal. Ziemlich aufgeregt .
Mir wird übersetzt, daß unser „Zelt“ in Wahrheit für die Bedous der Gegend als Moschee dient.
Um die heilige Moschee nicht zu entweihen, dürften wir zwar drinnen schlafen,
aber nicht miteinander.
Das Lieben müssen wir draußen im Sand erledigen bitteschön.
Nur nicht die Moschee entweihen.
Na gut. Ich muß auch gar nicht lieben.
Müde winke ich ab.
Der Gedanke an Sand gibt mir wenig, meinem Ägypter dagegen viel.
Kaum bette ich mein Handtuch draußen in den warmen Sand, springt er affenartig wieder auf.
Schau, ein Licht.Da kommt wer! Irrtum. Nur jemand am Wüstenklo.
Erregung schießt ins Hirn. Beglückwünscht von Diamant- Sternen versuche ich,
das Kondom über dem maskulinen Prachtstück meines Liebsten zu positionieren.
Da liegt man in pechschwarzer Nacht mit halb runtergestreifter Wäsche freudigst
erregt und das Shit-Condom entblödet sich nicht, zu reißen.
Dann eben ohne. Leben ist lebensgefährlich. (Wenn auch nicht nachahmenswert).
Der Sand fühlt sich weicher an, als erwartet. Der Höhepunkt dafür kleiner.
Unsere Lust an der Lust erschöpft sich aber nicht in bloßer Befriedigung.
Weckt statt dessen Vorfreude auf noch weiterhin zu erwartende Lust.
Verliere mich im endlosen Kosmos.
Irgendwo zwischen Gehirn und Sternen mündet Himmel ins All.
Wüste Sinai schenkt mir Geborgenheit pur.
Zurück im Zelt, entschnarcht mein Lover augenblicklich.
Ich friere. Februar. Noch Winter.
Wind pfeift durch alle Ritzen und Lücken dieser Moschee.
Ich versuche,mir Wärme mental zu suggerieren.
Tatsächlich wird mir wenig später warm .
Fühle mich dem Wind verwandt.
Trotz Ameisen, kleinen roten und großen schwarzen, trotz Wind und Schnarchen
schlafe ich erstaunlich gut.
Stolz auf mich.Weil ohne Furcht.
Kurz nach sechs Uhr krächzt ein heiserer Platz-Hahn sein gemeckertes Gekrähe.
Ich erwache lachend.
Hahn kräht. Liebster schnarcht. Ich im Glück.
Uns zu Füßen Meer. Und Sonnenaufgang.
Dieser stiehlt sich zuckerlrosarot aus pastellblauemWasser ins tiefblaue Himmels-Opal.
Und färbt Orange in Rosa zu strahlendem Gold.
Dreibeinige Katze humpelt störend durch harmonisches Bild.
Der Rückweg morgens um Acht enthüllt all die Klippen und Hürden, die wir letzte Nacht locker bewältigten. Ich staune.
Auch über morgendliche Hitze .
Und quäle mich tapfer über Berge von Steinen und Felsen.
Meer immer links unter uns.
Granit und Buntsandstein spielen alle nur möglichen Mischtöne von rot bis lila.
Gerippt durch Furchen, die Wasser vor Jahrmillionen grub.
Durchwachsen von dunkelblau-violetten Einschlüssen irgendwelcher Metalle
und schwarz glänzenderLava.
Immer wieder stolpert mein Ich über schneeweiß gebleichte Riesen- und Schneckenmuscheln.
Wüste eben. Felswüste.
Halbinsel Sinai.
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