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02.05.2005

1 Tag Ägyptische Geschichte

Kontinent

Afrika

Land

Ägypten

Reisezeit

Dezember 2002 bis Januar 2003

Route

Hurghada - Luxor > Karnak > Tal der Könige

Urlaubsreif
Wir hatten nur eine Woche Zeit und brauchten dringend Urlaub. Ägypten ist in 4 Stunden Flug erreicht und Sonne ist garantiert. Auf ging es in dieses kulturträchtige beeindruckende Land zum Urlaub am Roten Meer.
Nach einigen Tagen Sonnetanken, Tauchen und Sylvester feiern, wollten wir dann aber doch die Gelegenheit nicht verstreichen lassen, auch vom Alten Ägypten etwas zu sehen. Wir buchten für den 2. Januar einen Tagesausflug nach Luxor.

Durch die Wüste von Hurghada nach Luxor
Man stellte uns in Aussicht, die Fahrt im Polizei begleiteten Konvoi würde ca. 4-5 Stunden dauern. Nicht gerade wenig, aber das war der andere Preis. Zu unserem Leid wurden aus den 5 Stunden aber ca. 7 Stunden, da offensichtlich noch andere tausende Touristen, die zum Jahreswechsel am Meer waren, den 2. Januar für diesen Ausflug quer durch die Wüste nutzten. Die Fahrzeugkolonne reichte bis zum Horizont, der vor uns lag und bis zum Horizont der hinter uns lag. Wir fuhren nicht schneller als 40 - 50 km/h stundenlang durch die Wüste, die ständig ihr Gesicht veränderte, mal endlose sandige Weite, mal führen wir durch enge Felswände. Keine Vegetation, keine Siedlungen - nur Sand und Stein im Farbenspiel. Uns wurde klar, warum es verboten wurde, ganz allein diesen Weg zu fahren.
Nach ca. 3 Stunden gab es eine Rast an einem klassischen TouriStop. Weiter ging es dann wohl noch eine gute Stunde durch die staubige Welt Ägyptens, in der kein sichtbares Leben sein wollte. Plötzlich nahmen wir wieder leichte Vegetation wahr, wir hatten die ersten Ausläufer der Nil Region erreicht. Das Wasser des zweit längsten Flusses der Erde schenke der Wüste Leben und als öffneten sich die Türen eines großen Portals, fuhren wir in eine andere Welt. Jetzt säumten saftige grüne Äcker und Palmen unseren Weg, wie ein Zeitsprung kam es mir vor. 4 Tage Luxushotel, 5 Stunden leblose Wüste - und jetzt Bilder wie im Mittelalter. Ich war fasziniert von diesen Kontrasten und klebte gebannt an der Fensterscheibe unseres Busses. Ich sah, Frauen mit riesigen Bambus Büscheln, die sie kunst- und würdevoll freihändig auf ihren Köpfen trugen, Bauern, die ihre Felder mit Ochsengespannen pflügten, Familien die ihre Tomatenfelder ernteten und körbeweise auf einen Holzkarren stapelten, den sie wohl bald zum Markt fahren würden. Eine Gruppe Männer hob am Rande einer Siedlung mit einfachen Werkzeugen ein Fundament aus. Alles sah aus wie aus einer anderen Welt. Die Ägyptischen Dorfbewohner trugen meist weiße Turbane und lange teils farbenfrohe Gewänder, Kinder spielten am Feldrand und alle schienen genug Zeit zu haben. Ich hätte am liebsten den Bus gestoppt und wäre ausgestiegen um einzutauchen in dieses ursprüngliche Leben.
Aber leider waren wir nur klassische Touristen - zwei von millionen - die hier im Jahr vorbei kommen für ein schnelles kompaktes sightseeing in Luxor.
Ich malte mir aus, wie es wäre mit dem Fahrrad durch die Dörfer zu fahren und an der Seite eines einheimischen Guides hinter die Kulissen zu dürfen.... Bin auf der Suche nach diesem Guide. Vielleicht habt Ihr einen Tipp?

Bedeutsames Luxor
Luxor liegt am östlichen Nilufer in Oberägypten im Gouvernorat Qena. Luxor hat ca. 70.000 Einwohner. In und um Luxor befinden sich einige der wichtigsten archäologischen Stätten Ägyptens. Die riesigen Tempelanlagen von Luxor waren Teil der alten ägyptischen Hauptstadt Theben, die sich von hier weit nach Norden über Karnak hinaus, und mit ihrer Totenstadt auf dem westlichen Nilufer bis weit in die Berge der Westlichen Wüste hinein ausdehnte.
Heute bildet der Tourismus einen der wichtigsten Wirtschaftszweige.
Für die meisten Nilkreuzfahrten ist Luxor der Ausgangs- oder Endpunkt.
Luxor gehört außerdem zu den wenigen Orten Ägyptens, die nach dem Massaker im Hatschepsut-Tempel von 1997 noch für Ausländer frei zugänglich sind.

Wir fuhren zuerst ins 3 km nördlich gelegene Dorf Karnak.

Der Karnak Tempel ein paar Zahlen + Fakt
Karnak ist die größte Tempelanlage Ägyptens und ist in 3 Tempelbezirke gegliedert: In der Mitte befindet sich der größte: der Große Amun-Tempel mit 30 ha Fläche, im Norden angrenzend liegt der Tempel des Mont als kleinster Bezirk mit 2,5 ha, im Südlichen Bezirk liegt der Tempel der MUT mit dem heiligen See. Dieser Temepl ist zur Hälfte noch unerforscht mit einer Größe von 9,5 ha.
Zu verschiedenen Zeiten erbaut, verkörpern die Ruinen von Kárnak einen Zeitraum von mehr als 2.400 Jahren.
Genug der gigantischen Zahlen und Fakten - ein Hauch nur von dem, was zu berichten wäre.

Wir im Tempel
Wir kamen uns winzig vor im Großen Säulensaal zufuße der 134 Säulen, die bis zu 24 m hoch in den blauen Sommerhimmel ragten. Manche hatten einen Umfang von mehr als 10 Metern. Die Touristengruppen, die sonst schon von weitem zu hören waren, verstummten kleinlaut beim Anbilck dieser Monumentalen Meisterleistung. Unvorstellbar wie bloße Menschenhände ohne Einsatz von ausgereifter Technik einen so mystischen Ort erschaffen konnten, der vor ca. 2.400 Jahren Pharaonen vorbehalten war. Die unzähligen Reliefs mit Figuren und Schriftzeichen gaben uns nur spärlich Ihre Geheimnisse preis. Zu kurz, zu wenig konnten wir uns vorab damit beschäftigen.
Ein phantastisches Erlebnis muß es sein, wenn im Rahmen einer Lichtshow AIDA im Karnak Tempel ertönt. Jeden Abend findet eine sogenannte Licht- und Ton- Veranstaltung statt. Ein MUSS für jeden, der es einrichten kann! Gänsehaut garantiert.
Gern hätten wir noch länger die Magie dieses Ortes getankt, aber wir mußten mit der Gruppe weiter.

Der Nil
Zum Mittagessen fuhren wir ans Nil Ufer. Das Essen im Großrestaurant war ägyptisch und schmackhaft. An den großen runden 8-er Tischen kam man mit den anderen der Gruppe nett ins Gespräch um Erfahrungen und Eindrucke auszutauschen. Immer spannend.
Zum ersten mal am Nil zu stehen ist auch ein kleiner Zauber gewesen. Die typischen Segel der Bote, die typische Flußlandschaft, das besondere Licht... Gesäumt von einem fruchtbaren grünen Landstrich und der dahinter liegenden kargen Wüsten- und Berglandschaft zieht sich der Nil als Lebensader durch das ganze Land.
Wir fuhren mit einem üblichen Nil Dampfer auf die andere Fußseite. Die Passagiere kamen aus aller Welt. Unser Kapitän war ein stolzer turbantragender Ägypter mit einem strahlenden Lächeln und der Gelassenheit seines Alters. Ich fand ihn toll! Sicher hätte er gute Geschichten vom Nil erzählen können...

Tal der Könige
Obwohl am anderen Ufer gleich ein "Kamelparkplatz" eingerichtet war, stiegen wir wieder in einen Bus, der uns an unser zweites Ziel brachte.
Das Tal der Könige war eine Begräbnisstätte im Ägypten des Alterums, in dem nach derzeitigem Kenntnisstand 62 Gräber und Gruben aufgefunden wurden.
Im Tal der Könige sind insbesondere die Gräber der Herrscher des Neuen Reichs (ca. 1552 v. Chr.-1069 v. Chr., 18. bis 20. Dynastie) zu finden. Das Tal befindet sich in Theben-West, gegenüber von Karnak, am Rand der Wüste und ist gesäumt von hohen Bergen, namentlich durch die natürliche Felspyramide el Korn ("Das Horn"); nahezu das gesamte Gebiet von Theben-West bildet eine riesige Nekropole.
Trotz jahrtausendelanger Aktivität von Grabräubern und Plünderern lieferte das Tal der Könige den Ägyptologen der Neuzeit noch zahlreiche höchst wertvolle Grabungsfunde, unter anderem wurde das weitgehend unversehrte Grab des Tutanchamun dort im Jahr 1922 von Howard Carter entdeckt.
Unser Bus parkte etwas abseits. Kleine Zubringer in der Art von Tuktuks brachten uns an die Eingänge der Gräber, die besichtigt werden könnten.
Es war ein spannender Ort, der sicher auch Mystik entwickelt hätte, wären nicht hunderte vielleicht sogar tausend Touristen gleichzeitig unterwegs in die letzten Ruhestätten der großen Könige.
Das ist die Last der weltbekannten Sehenswürdigkeiten- sie sind eben kein Geheimtipp und alle wollen sie besuchen.
Wir waren trotzallem beeindruckt von der hinterlassenen Kultur und der Ausgestaltung der Grabkammern. Auf dem Rückweg kamen wir vorbei am Hatschepsut-Tempel, der seine eigene Aufmerksamkeit verdient.
Die Sonne hing orange am Horizont und wir hatten einen eindrucksvollen Tag hinter uns. Vor uns jedoch lang noch ein weiter Rückweg nach Hurghada

Gedanken auf dem Rückweg
Ägypten ist eine Studienreise wert. Wir werden Sie auf jeden Fall in naher Zukunft antreten. Würde sich ein deutschsprachiger oder englischsprachiger Guide finden, könnte ich mir auch vorstellen Ägypten individuell zu bereisen.
Es war ein anstrengender aber unvergesslicher Tag für uns!
Bis bald! Ägypten - Land der Pharaonen

Karola

 

 

 
 

Map

 
 

Unterwegs zum Karnak Tempel

 
 

Straßenhändler vor dem Hauptportal

 
 

Gigantische Säulen

 
 

Der Tempelwächter

 
 

zauberhaftes Licht

 
 

Tausende Jahre alte Schriftzeichen

 
 

Detail

 
 

Der Nil

 
 

Nilüberquerung - ein toller Capitän

 
 

Nil Ufer

 
 

Nil Schiffahrt

 
 

Kamel Parkplatz

 
 

Tal der Könige

 
 

Grabeingang im Tal der Könige

 
 

Grab Ramses IV.

 
 

Grabgang

 
 

Wandmalereien

 
 

close up

 
 

Abenddämmerung in der Wüste