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23.02.2008

Unsere Seereise Lofoten und Vesterålen a

Kontinent

Europa

Land

Norwegen

Reisezeit

Juli 2006 bis Juli 2006

Route

Lofoten Bodo - Narvik

1.Tag Anreise und Nordfugløy
Unsere Anreise nach Bodo war schon recht abenteuerlich, wir starteten unseren Flug von Frankfurt aus über Hamburg-Kopenhagen-Oslo-Bodo.
Abenteuerlich in sofern, das unsere Etix Flüge von Frankfurt nach Hamburg irgendwie in den grossen Weiten der Etixdatenbank verschollen war. Nach vielen hin und her hab ich dann halt noch mal die Etix Buchung erfolgreich gemacht und es konnte losgehen. Gegen 23 Uhr in Hamburg angekommen – suchten wir uns eine „gemütliche“ Schlafbank zum kuscheln und warteten auf unseren Weiterflug.
In Bodo angekommen erreichten wir mit einem Taxi für ca. 10 € den Hafen, wo die MS Lofoten gerade einlief , nach einem „Reinigungsaufenthalt“ legten wir gegen 19 Uhr ab. . und wir fuhren in die Nacht, die dort oben keine Nacht ist, sondern taghell. Unsere erste Station war Nordfugløy. Das sehenswerte dort ist ein „Sandwasserfall“ (Fjellet med sand) der aus einem Felsen entspringt. Natürlich wird der Sand dort immer wieder hoch geblasen, und so entsteht eine Düne im Berg. Dort haben wir dann am Sandstrand noch ein bisschen Feuer gemacht und wurden verköstigt.
Bis dahin war unser Tag sehr ereignisreich und wir zogen uns dann in unsere gemütliche 10qm Kabine mit eingebautem Duschklo zurück

2. Tag Küstenstadt Brønnøysund
Am Morgen erreichten wir die Küstenstadt Brønnøysund. Dort findet sich das berühmt Felsloch im Torghatten. Ein riesiger Berg mit einem Loch mittendrin
Das haben wir dann mit dem Schiff passiert und fuhren weiter nach Alstahaug, dort wurden der Anker geworfen und wir wurden mit den Tenderbooten aufs Land gebracht. Dort steht eine Kirche mit traditionellem Pfarrhaus, in dem der Dichter und Pastor der örtlichen Kirche Petter Dass bis zu seinem Tod 1707 lebte und wirkte.

Nach Beendigung der Besichtigung gings weiter an den „sieben Schwestern“ vorbei nach Lovund. Einem beschaulichen kl. Fischerdörfchen, dessen Haupteinnahmequelle die Lachszucht ist. Dort gibt es auch eine grosse Kolonie der Papageientaucher.

Mittlerweile ist es auch schon wieder Mitternacht, und taghell. Und wir fallen erledigt in unsere Kuschelkabine.
PS: ach ja der Koffer wurde am Mittag nach Brønnøysund geliefert und meine Welt war wieder in Ordnung

3. Tag Træna und Polarkreis
Wir haben Træna erreicht und legen an. Von dort aus besuchen wir Sanna und werden dort mit den Tenderbooten ausgesetzt um zu einer Wanderung in eine Grotte aufzubrechen. Auf dieser Insel leben Seeadler und eine handvoll Menschen. Auf der Rückfahrt kurven wir mit den Tenderbooten noch ein bisschen durch die Schären und finden immer mehr Menschenkolonien hinter den Hügeln.

Am frühen Nachmittag geht die Fahrt weiter nordwärts. Wir passieren bei 66°33´ den nördlichen Polarkreis, der durch das Modell einer Weltkugel, die den Verlauf der imaginären Trennlinie zwischen der Polarzone und der gemäßigten Zone darstellt, gekennzeichnet ist.
Dort werden wir auch von Neptun mit Eiswasser (brrrrr kalt) getauft und bekommen unser Zertifikat

In der Ferne kann man schon den Gletscher von Svatisen im Holandsfjord erkennen, den wir jetzt ansteuern. Sein stellenweise 100m dickes Eis bedeckt eine Fläche von 370qm.
Sehr beeindruckend. Das Eis reicht bis runter zum Fjord und ist der zweitgrößte Gletscher Norwegens. Und wir fahren weiter mit dem Schiff durch die Nacht.

4. Tag Reine
Bis wir am Morgen wieder Bodo erreichen und von dort weiter nach Værøy. Auf dieser sehr abgelegenen Insel leben ca. 800 Menschen und ist ein Vogelparadies. Leider machte an dem Tag das Wetter nicht so mit und es regnete und war nebelig.
Trotzdem starteten wir eine „Seerafting-Rout“ zu den Klippen um Zwergkormorane, Seeadler und Papageientaucher beobachten zu können. Es gelang uns sogar, trotz des schlechten Wetters.
Völlig durchnässt aber erfolgreich ging unsere Reise weiter nach Reine. Reine, auf mehreren Inseln verteilt, gilt als das schönste Fischerdorf auf den Lofoten, und seine Haupteinnahmequelle besteht aus dem Fang und Verkauf von Stockfisch, das in alle Welt exportiert wird.

5. Tag Venedig der Lofoten
Am Morgen verlässt die MS Lofoten Reine und nimmt Kurs Richtung Norden nach Henningsvær, das "Venedig der Lofoten“.Von dort aus starten wir eine Bustour quer über die Lofoten nach Borg. Ausgrabungen belegen, dass Borg 500 Jahre vor Christus entstanden ist. Das 83 m lange und 8,3 m breite Hauptgebäude des Häuptlings wurde originalgetreu rekonstruiert und in einem Freiluftmuseum integriert, das sich der Lebensweise der Wikinger gewidmet hat

Am Abend begaben wir uns auf den Weg in den legendären Trollfjord. Dort wartet eins der Schwesternschiffe auf uns. Diese warteten mit ihrer Ausfahrt aus dem Trollfjord, bis unser Kapitän unser Schiff durch die die enge Schlucht manöviert hatte. Es war schon ziemlich eng dort.
Im Trollfjord ankerten wir dann und genossen noch die herrliche Ruhe bei einer warmen Suppe.

6. Tag Whalewatching
In der Nacht fuhr das Schiff weiter an der Aussenseite der Vesterålen entlang bis nach Andersen. Vor Andersen ist die Wahrscheinlichkeit sehr gross, Pott-, Schwert oder Minkewale zu beobachten. Wir fuhren also mit Ferngläsern bewaffnet, auf dem Achterdeck stehend mit der MS Lofoten weiter, zum Whalewatching, in Richtung Eggakanten.

Wir waren sogar erfolgreich.

Eigentlich wäre unsere nächste Station Nyksund gewesen, dort war allerdings der Kai, nach einem Unwetter defekt und wir konnten dort nicht anlaufen. Der Kapitän beschloss mit uns noch eine extra Runde zu drehen,
und wir befuhren den von den Hurtigrouten nicht mehr benutzen alten Seeweg durch die Schären weiter nach Narvik. Wo wir dann die „Nacht“ verbrachten.

7. Tag Narvik
Die Stadt Narvik entstand erst Ende des 19. Jahrhunderts, auf Betreiben einer schwedischen Bergbaugesellschaft, die zum Export des Eisenerzes eine auch im Winter
eisfreien Hafen suchte. Angeblich ist die Durchschnittstemperatur auf den Lofoten im Winter 1 Grad. Neben den modernen Kaianlagen wurde 1903 auch eine 130 km lange Bahnstrecke von Kiruna (Schweden) nach Narvik in Betrieb genommen, die Ofotbahn. Diese gilt als eine der abenteuerlichsten Eisenbahnstrecken in Europa (naja, ich weiss bisher noch nicht was abenteuerlicher war, die Strecke oder das alter der Lok )

An unserem Zielbahnhof angekommen, unternahmen wir eine 6 km Wanderung bergab ins Tal. Auf diesem Weg fanden sich einige Ruinen von „Wanderarbeiterhütten“ die das Eisenerz gewonnen haben. Leider wurde unsere Wanderung zum Spießrutenlauf, aufgrund der unzähligen Mengen an Stechmücken. Und keiner von uns wollte länger an einem Platz verweilen, als die Haut die Anflüge verkraften konnte. Wir schafften den Abstieg also recht zügig mit einem kl. Picknick an einem Wasserfall.

Im Fjord angekommen hatten glücklicherweise Einheimische ein Lagerfeuer eröffnet, und der Rauch vertrieb die Stechmücken solange bis die MS Lofoten im Fjord erschien um uns wieder einzusammeln.

Am Abend war uns der Wettergott dann auch wieder gnädig und wir konnten einen traumhaften „Sonnenuntergang/Sonnenaufgang“ beobachten. Und hatten somit einen schönen romantischen Urlaubsabschluss an Deck.

8. Tag Kjerringøy und Bodo
Am frühen Morgen liefen wir dann noch mal Kjerringøy an, einen der am besten erhaltenen Handelsorte aus dem letzten Jahrhundert. Heute wird der Ort häufig als Filmkulisse genutzt, insbesondere für die Verfilmung der Romane von Knut Hamsun.
Nach dem Mittagessen erreichten wir dann wieder Bodo. Und die Urlaubsreise war zu Ende. Wir verließen das Schiff und traten den Rückflug von Bodo nach Hamburg an.

Nachtrag
die MS Lofoten ist eins der dienstältesten Postschiffe der Hurtigruten.
Schiffsdaten:
Flagge: Norwegen
Reederei: Hurtigruten Goupe
Erbaut: 1964
Länge: 87,40 m
Breite: 13,5 m
Geschwindigkeit: 16 Knoten
Trotz Modernisierung sind die ursprüngliche Atmosphäre und der traditionelle Stil der Hurtigruten erhalten geblieben. Weitaus kleiner als ihre „Geschwister“, wird an Bord der MS Lofoten, die eine nostalgisch anmutende Silhouette aufweist, besonders deutlich, dass eine Reise mit den Hurtigruten auch immer ein Stück weit eine Reise in die Vergangenheit darstellt. MS Lofoten wird nur noch zu bestimmten Saisonzeiten eingesetzt.

casa

 

 

 
 

MS Lofoten

 
 

Küstendorf Træna

 
 

 
 

Norwegerdachgarten

 
 

Bildunterschrift für dieses Bild

 
 

Reine

 
 

Troll Fjord

 
 

 
 

Mitternacht